Reflection: Ernst von Siemens Stiftung fördert Kompositionen
Reflection soll ein interdisziplinäres Konzert werden, das neue Kompositionen für Solo-Cello zu einer dynamischen Performance verbindet. Die Ernst von Siemens Stiftung fördert hierfür drei Kompositionsaufträge von inti figgis-vizueta, Michelle Magalhães und Naomi Pinnock in Höhe von 8.000€.
Die Performance ist ein neues Konzertformat, welches den ganzen Konzertraum als Inszenierung nutzt. Als kuratorisches Experiment zeigt das Projekt neue Wege für die Zusammenarbeit zwischen Künstler:innen und Komponistinnen und bietet Diskussion und Austausch zwischen Publikum.
Die Stiftung Kulturlabor unterstützt den Initiator des Projektes Benjamin Coyte (rechts) bei Antragsstellungen und mit einer Teilförderung der Honorarkosten.
Das Projekt ist ein feministisches Statement und eine Reaktion auf die Sacher-Variationen für Solo-Cello von 1976. Genau 50 Jahre später beleuchten die neuen Cellowerke Veränderungen der Gesellschaft, der Kultur und der zeitgenössischen Musik. Durch die Beauftragung weiblicher und transgender Komponistinnen ist das Projekt ein kuratorisches Statement gegen das patriarchalische Erbe des 20. Jahrhunderts. Es regt das Publikum dazu an, über die Herausforderungen bei der Überwindung sexistischer Praktiken in der heutigen Neuen Musik nachzudenken.
Die Kompositionen zelebrieren die Vielfalt der Klänge, Stile und Techniken, die heute vorhanden sind. Die intensive Zusammenarbeit zwischen den Komponistinnen und dem Cellisten Benjamin Coyte, der Einsatz von Elektronik und visuellen Medien sowie das inszenierte, performative Konzept repräsentieren die zeitgenössische Praxis von heute.