Reflection for Cello

Benjamin Coyte, ein kalifornischer Künstler und Cellist, der bereits seit vielen Jahren in Rottweil lebt, hat sich 2025 einem Großprojekt angenommen. Unter dem Titel “Reflection” hat er zehn Kompositionsaufträge ausschließlich an weibliche und transgender Komponistinnen mit französischen, polnischen, schwedischen, schweizerischen, serbischen, spanischen, britischen, brasilianischen, japanischen und US-amerikanische Wurzeln vergeben. Damit möchte er über die Verteilung von Kompositionsaufträgen der Vergangenen Jahrhunderte reflektieren, die, wie so häufig, von Männern dominiert wurden.

Am Ende stehen nicht nur zehn isolierte Kompositionen, sondern ein neuer Zyklus eingebettet in eine dynamische Performance. Unterstützt wird er dabei von Miriam Götz (Regie), Mia Aebersold (Lichtdesign) und Mikael Szafirowski (Klangregie).

ein Mann mit dunkelbraunen Haaren und Bart steht vor einem grauen Hintergrund. es ist eine Portraitaufnahme

Benjamin Coyte
foto: eguzki irusta

eine junge Frau mit Pony und brauner Jacke steht lächelnd vor einer Graffiti Wand

Miriam Götz

ein Mann mit rotblonden lockigen Haaren sitzt in einer grauen Jacke vor einem weiß grauen Hintergrund

Mikael Szafirowski

Mia Aebersold

Die Premiere ist am Samstag, den 17. Oktober um 19 Uhr in der Halle 16: Projektraum für Kunst und Kultur in Sulz am Neckar.

Den Ausgangspunkt seiner Reflektionen über das patriarchalische Erbe dienen die Sacher Variationen von 1976 - nicht zu verwechseln mit der österreichischen Sacher Torte. Der Schweizer Mäzen Paul Sacher gab über 250 Werke an weltbekannte Komponisten in Auftrag. Seine Arbeit prägte die Musikszene des 20. Jahrhunderts in ganz Europa. Er beauftragte während seiner Tätigkeit nur eine einzige Komponistin. Ironischerweise stammte das Geld dafür maßgeblich von seiner zweiten Ehefrau Maja Sacher, der Erbin des Schweizer Pharmakonzerns Sandoz.

Coyte hingegen beauftragte ausschließlich Frauen: Annie Aries (CH), Carolyn Chen (USA), inti figgis-vizueta (USA), Jenny Hettne (SE), Ezko Kikoutchi (JP/CH), Naomi Pinnock (UK/CH), Michelle Agnes Magalhães (BRA/FR), Gemma Ragués (ES/CH), Svetlana Maraš (CH/SER), und Agata Zubel (PL).

Das Projekt wird gefördert durch ProHelvetia mit 10.915€, Ernst von Siemens mit 8.000€, Stiftung Basler-Orchester-Gesellschaft mit 6.382,98€, dem Innovationsfonds Kunst mit 3.000€, dem Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke mit 3.000€, der Forberg-Schneider Stiftung mit 3.000€, der Kreissparkassenstiftung mit 2.150€ und der Stiftung Kulturlabor. Inzwischen sind damit rund 38.500€ an Fördermitteln für Honorare, Reise-, Miet- und Übernachtungskosten, Öffentlichkeitsarbeit und GEMA eingegangen.

Text: Anna

Kommunikation Kulturhaus